Der bundesweite Aktionstag am 2. Juli in Sindelfingen, Bremen, Düsseldorf, Berlin, Untertürkheim, Rastatt und Kuppenheim hat gezeigt, welche Kampfkraft in den Mercedes-Mitarbeitern steckt. 25.000 von ihnen haben sich an den Kundgebungen beteiligt. Alle Niederlassungen waren geschlossen und in den Werken standen die Bänder still. Delegationen von anderen Betrieben, z. B. von Bosch, die selbst um ihre Arbeitsplätze kämpfen, kamen zu den Kundgebungen.

Das war eine richtige erste Antwort der IG Metall auf die Provokation des Vorstands, der die Niederlassungen verkaufen will, nachdem die Mitarbeitern jahrelang immer neue Zugeständnisse abgepresst wurden, die angeblich ihre Arbeitsplätze sirchern sollten und in den Verhandlungen jedes Zugeständnis verweigert wurde. Sie haben deutlich gezeigt: “Wer einen von uns angreift, greift und alle an!” und “Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will!”

Überall wurde intensich diskutiert. “In den Produktionshallen ist es nicht anders. Ständig müssen wir Zugeständnisse machen, noch flexibler sein. Aber trotzdem wird immer mehr fremd vergeben und Arbeiten immer mehr Leiharbeiter an den Bändern.” “Früher war ich stolz, bei Mercedes zu arbeiten, jetzt nicht mehr. Aber ich bin stolz auf unsere Kampfkraft.” “Im Sommer wollen sie wieder die Leiharbeiter entlassen. Dagegen müssen wir auch streiken.”

Die Mitarbeiter haben mehr als eine Rechnung mit dem Vorstand offen, deshalb müssen sie auch über das Streikrecht diskutieren. Streiken dürfen sie nur in Tarifrunden und nur wenn die Gewerkstaft offiziell dazu aufruft. 2004 haben die Opelaner in Bochum eine Woche gestreikt und so die Schließung des Werks für zehn Jahre verhindert. 1984 haben Mercedes-Benz Mitarbbeiter sieben Wochen gestreikt und damit die 35-Stunden-Woche durchgesetzt. Wenn sie richtig kämpfen, dann können sie ihre Forderungen auch durchsetzen. Das Streikrecht dafür müssen sie sich nehmen – aber sie müssen es auch politisch durchsetzen.

In den Hallen gab es auch Auseinandersetzungen, ob man mit rausgeht. Einzelne Mitarbeiter gingen nicht mit raus, weil sie selbst genug Probleme hätten, da könne man nicht auch noch mit anderen solidarisch sein. “Jeder muss erst mal nach sich schauen”. Gegen den Verkauf der Niederlassungen, gegen die Entlassung der Leiharbeiter und Auflösung der Nachtschicht, gegen wachsende Arbeitshetze und für höhere Löhne und kürzere Arbeitszeiten – alle diese Kämpfe führen sie gegen die Aktionäre und ihren Vorstand, die nur der maximale Profit interessiert und letztlich gegen das kapitalistische Produktionssystem, dessen Grundlage die Ausbeutung ihrer Arbeitskraft und der natürlichen Reichtümer ist. deshalb müssen diese Kämpfe auch zusammen kommen. Die meisten von ihnen haben das gespürt und sind mit raus. Viele aus der Gegenschicht sagten gleich: “Nächste Woche sind wir dran!”, denn eine Aktion wird nicht reichen.

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